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Newsletter August 2009

 Ratschläge im Umgang mit den Zweibeinern

Wuotan meint:

Wuotan auf dem BettEs gibt für mich überhaupt keine Notwendigkeit die menschliche Sprache zu erlernen.

Ich kann Jedem klar machen, was ich will, meine Empfindungen und Wünsche verständlich machen. Ich beherrsche die Kommunikation der Zweibeiner und die hündische Kommunikation. So habe ich ein unverwechselbares Bellen, ich kann ausgiebig schnüffeln und die Botschaften entziffern. Ich kann herzzerreißend winseln.

Schnarchen kann ich noch nicht, doch belle und winsele ich im Traum. Jede Art der hündischen Körpersprache verstehe ich sehr wohl, auch wenn ich manches Mal auf stur schalte und eine Hündin immer wieder mit meinem Getue nerve. Aufspringen ist doch toll. Knurren kann ich inzwischen in verschiedenen Tonlagen und zwar so eindrucksvoll, dass mein Frauchen dann immer fragt. „Was ist denn, Wuotan?“ Wenn ich Unnütz belle, sagt sie immer „Aus- Schnauz“ und packt mir auf die Schnauze. Na ja, dann tue ich ihr den Gefallen und bin ruhig. Oder es kommt von ihr der lächerliche Satz, dass Elos nicht bellen. Dabei schmunzelt sie. Also gemeint ist, dass meine Rasse, der ich angehöre, von Haus aus kaum Bellneigung hat. Das Wolfsgejaule beherrsche ich nicht - glaube ich jedenfalls.

Lärm machen kann ich auch und das bringt mir oft den Erfolg. Dann renne ich durch den Garten, werfe mit meinem Spielzeug herum und knurre ein wenig aus Spaß. Es ist wie mit Kindern. Lärm hilft oft, doch am Besten hilft Charme. Den habe ich. Ein Blick - meine Zweibeiner sind ganz hingerissen. Ich kann gucken, sage ich euch, ich bringe Frauen zum Schmelzen. Die ausgestreckte Pfote, ein wedelnder Schwanz und dann noch so an die Beine der Zweibeiner lang schnuppern. Herrlich. Ihr könnt auch nicht vorstellen, wie das wirkt. Gebärden der Besänftigung beherrsche ich auch. Auf den Rücken werfen und alle Viere von sich strecken – eine sehr wirkungsvolle vertrauensvolle Geste. Den Kopf schamhaft senken, hilft auch in vielen Fällen. Auch leise zerknirschte Laute von sich geben, ist hier sehr wirkungsvoll. Aber nicht bellen. Bellen irritiert die Menschen. Sie empfinden es als Störung. Sich hinsetzen und eine Pfote auf das Knie des Zweibeiners legen. Kommt gut an. Auch den Kopf auf die Knie der Zweibeiner legen, ist eine schöne Geste und verleitet den Zweibeinern dazu, diesen reuig abgelegten Kopf zu tätscheln. Die Hand des Zweibeiners anstupsen, sofern er nicht gerade ein Glas mir einen Getränk in der Hand hält, klappt auch.

Sich zärtlich am Bein deines Menschen anzuschmiegen ist der absolute Höhepunkt der gütigen Geste. „Verzeih mir!“ Mit einem Quietschetier quietschen lenkt auf jeden Fall von einer üblen Hundetat ab. Hilft alles nichts, muss man sich unter dem Bett verkriechen oder woanders, wo der erzürnte Mensch nicht so einfach hinlangen kann. Sei selektiv gehorsam, rate ich dir, du Hund. Menschen haben eine angeborene Trägheit und neigen zur Inkonsequenz.

Menschen, die Gartenarbeit lieben, sind eindeutig sehr bodenständig und damit haben wir etwas gemeinsam. Es gibt Augenblicke, da ist es dringend erforderlich auf Zuruf zu hören. Immer dann, wenn die Tonlage deiner Zweibeiner ein wenig ins hysterische abrutscht, dann ist es auf jeden Fall soweit. Sofort, also umgehend ab zu deinen Zweibeiner, aber achte auf den Straßenverkehr. Zweibeiner die schick gekleidet sind, sind zu meiden. Auch die sogenannten Vegetarier, keine Angst, die essen nicht dich, aber geben dir womöglich Kaninchenfutter (Muckifutter). Alte Menschen mit Stöcken und Hüten sind weitläufig zu umgehen. Auch die, die sich herablassend zu deinem Stammbaum äußern sind zu ignorieren.

Gröllende Jugendliche, Punks und andere soziale Randgruppen mögen Hunde meistens, doch deine Zweibeiner wünschen diesen Kontakt oft nicht. Also machen sie einen großen Bogen um diese Personen. Es gibt solche und solche Katzen. Die große Freundschaft ist es nur äußerst selten. Auch kann man ein Stillhalteabkommen mit der Katze treffen. Das bevorzuge ich, nachdem ich mich monatelang um gütliche Kontaktaufnahme zu CitaKatz (unsere Katze - liebe Katze) bemüht habe.

Unsere CitaKatz meint jedenfalls, wenn alle anderen Katzen sind, will sie die Löwin sein. Üben Sie Geduld im Umgang mit einer Katze, dass rate ich ihnen. Bleiben Sie standhaft ihr gegenüber. Achten Sie nicht auf ihr Gejammer. Ihr Fressnapf ist garantiert noch voll. Leider kann  ich nicht an den Fressnapf unserer Katze, denn der steht hoch oben, angeblich soll Katzenfutter nicht gut für mich sein. Falls sie auf den Dach steht und fürchterlich jammert, machen  Sie sich nichts draus, wer rauf kommt, kommt auch wieder runter, sagt mein Frauchen. und siehe da, spätabends liegt sie wieder auf ihre Decke uns schläft so ganz harmlos vor sich hin. Unsere Katze kann ich lachen. Ich schwöre es. Immer dann, wenn sie auf der Heizung sitzt und ich daran vorbei gehe, dann haut sie mir eine mit ihrer Pfote und lacht sich kaputt.Unsere CitaKatz ist meiner Meinung nach etwas eingebildet. Sie tut so als wäre sie eine herrschaftliche Katze. Selbst auf dem Parkett kann sie leise schleichen. Meine Empfehlungen an den hochgeschätzten Leser gelten wohlgemerkt nicht für Jedermann und nicht für jeden Hund. Auch der Umgang mit Katzen kann ganz unterschiedlich ausfallen. Mein Freund Sammy liegt scheinbar glücklich mit Poldi in einem Korb.

Unser Nachbardackelmix bellt immerzu und wird oft angebrüllt, trotzdem liebt er seine Zweibeiner.

Hunde machen Fehler, Menschen auch, denn es heißt ja so treffend:

„Errasse humanum est, sed in errare perseverare diabolicum!“

 Soll heißen:  „Irren ist menschlich, aber auf Irrtümern zu bestehen ist teuflisch.“
 

 “Hunde sind unsere Verbindung zum Paradies.

Sie kennen nichts Böses oder Neid oder Unzufriedenheit.

Mit einem Hund an einem herrlichen Nachmittag an einem Hang zu sitzen,

kommt dem Garten Eden gleich, wo Nichtstun nicht Langeweile war - sondern Frieden.”

(Milan Kundera)