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Du hast den Lebensgarten verlassen,

doch deine Blumen blühen weiter.

(Ein letzter Gruß für Kalle, unserem lieben Schwager, der in diesem Monat ganz plötzlich und unerwartet verstarb.)

 

 Newsletter April 2013

Erwin - der Einsame

Wuotan lachtWie immer machen wir unsere Gassirunde mit unseren Zweibeinern. Ab und an hängen unsere Zweibeiner an unseren Leinen und wir ziehen sie hinter uns her.

Wir haben so unsere Ecken und Viertel, da dürfen wir ohne Leine gehen. Dort ist wenig Autoverkehr, viele Grünanlagen und nur ein paar Radfahrer kreuzen unsere Wege. Bis zum Herbst gingen wir am Abend immer Richtung Kinderspielplatz. Vorbei an den Wohnvierteln, links von uns haben die Schausteller vom Jahrmarkt ihre Unterstellhallen für ihre Karussells u.a.m. . Von da an gibt es dann kein Autoverkehr mehr und wir rennen los. Quirino, mein Bruder rennt immer vor. Ab bis zum Spielplatz, scharf rechts um die Ecke und dann an der Wacholderhecke entlang. Hier schnüffeln wir besonders gern.

Am Abend begegnen uns oft Läufer, einige Spaziergänger und einige Zweibeiner mit ihren Hunden.

Manchmal haben die Läufer Lampen auf dem Kopf; so wie Grubenlampe. Frauchen wollte Herrchen auch schon solch einen Lampe schenken, doch der hat dankend abgelehnt.

Wir haben auch unsere Leuchtis und ab und an auch unsere Sicherheitscapes an. Seit einigen Wochen trafen wir in der Nähe der Wacholderhecke einen einsamen Spaziergänger. Wir rochen ihn schon von weitem – irgendetwas stimmt mit dem nicht. Heimlich nennen unsere Zweibeiner den Mann „Erwin, der Einsame!“

Kaum ist dieser besagte Erwin auf unserer Höhe, murmelt er irgendetwas Unverständliches. Eines Tages hat unser Frauchen ihn ganz laut und freundlich gegrüßt. Immerhin begegnen wir ihn ja fast jeden Abend. Er, Erwin guckte weg und murmelte: „Die schon wieder mir den langhaarigen Hunden!“ Damit waren wir gemeint. Quirino sprang auf ihn  zu und wollte ihm zeigen, dass wir nicht einfach nur so Hunde sind, doch Frauchen pfiff ihn zurück. „Irgendetwas stimmt mit dem nicht!“

 Herrchen murmelte:, Ach, der ARME ist nicht gut drauf!“

Damit meinte er Erwin. Wieso eigentlich nicht gut drauf. „Wer ist heutzutage schon gut drauf, meinte Frauchen.“ Unsere Zweibeiner unterhielten sich weiter über den Einsamen und irgendwie wurden wir zur Nebensache. Das war die Gelegenheit und wir spurteten durch, ab auf die Wiese hinter dem Bürogebäude. Hier konnten wir toben und auch einen Hüpfer in den kleinen Regenwasserteich wagen.

So verging der Herbst und der Winter nahte. Erwin, der irgendwie nicht immer gut drauf war, begegnete uns immer wieder auf dem Weg. Immer murmelte er so in etwa: „Ach, die schon wieder mit den Hunden!“ Wir haben uns inzwischen an ihn gewöhnt, ob er sich an uns gewöhnt hat, wissen wir nicht.

Wir waren im Urlaub, es war Spätherbst, die Kraniche zogen in den Süden. Als wir wieder zu hause waren, war Erwin nicht mehr zu sehen. Es vergingen einige Wochen. Die Zeit wurde umgestellt. Unsere Abendgassirunde veränderte sich. Frauchen mochte in der Dunkelheit den Abendgang nicht mehr so gern gehen, denn vor lauter Dunkelheit sieht man ja nicht mal unsere Hunde, meinte sie.

So gingen wir die Hauptstraßen durch unseren Stadtteil. Die hell erleuchteten Straßen gefielen ihr besser.

Und dann war er wieder da, „unser Erwin“. Er überholte uns mit seinem Fahrrad. Nun hatte auch er eine leuchtende Warnweste an und murmelte: „Ach, die schon wieder, mit den Hunden!“ Er guckt immer verschämt nach unten.

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